Das große Schweigen
Achim Doerfer
Achim Doerfer
Wie konnte es geschehen, dass von hunderttausenden NS-Tätern nur die wenigsten verurteilt wurden? Und was macht das bis heute mit uns? Achim Doerfer, Nachkomme von Holocaust-Überlebenden, die nach 1945 in Deutschland blieben, verbindet in seinem neuen Buch historische Fakten mit seiner persönlichen ebenso wie fachlichen Perspektive als Rechtsanwalt und promovierter Rechtsphilosoph.Vom organisierten Vergessen nach 1945 bis zur Sprachlosigkeit von heute
In Das große Schweigen zeigt Doerfer: Das Versagen der Justiz bei der Aufarbeitung der Verbrechen in der NS-Zeit ist nur die halbe Wahrheit. Die andere ist ein beispielloses Schweigekartell – eine »Nazi-Omertà«, getragen von Millionen. Nach 1945 fehlte nicht nur der Wille zur Aufklärung in Politik und Gerichten, es fehlten vor allem die Stimmen derer, die Bescheid wussten. Stattdessen prägten Verdrängung, Selbstentlastung und Schweigen das Land über Generationen hinweg. Doerfer zieht einen roten Faden vom Verstummen in den Familien über die Mythen der Nachkriegsgesellschaft bis zu den Folgen für Erinnerungskultur und Gegenwart, beispielsweise in Form einer neuen Sprachlosigkeit in Bezug auf die Nachwirkungen des 7. Oktober 2023, aber auch die Aufarbeitung der Enkel- und Urenkelgenerationen zu familiären Tätergeschichten.
Damit liefert Achim Doerfer einen wichtigen Beitrag zur deutschen Erinnerungskultur und Aufarbeitung und bietet im Rahmen von Veranstaltungen die Möglichkeit zum Austausch.
Erscheint am 17. März 2027 im Goldmann Verlag.
Achim Doerfer, geboren 1965 in Göttingen, ist Rechtsanwalt und promovierter Rechtsphilosoph. Er ist stellvertretender Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Göttingen e.V. und des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Niedersachsen. Er ist Autor mehrerer Sachbücher, zuletzt erschien 2021 „Irgendjemand musste die Täter ja bestrafen“ – Die Rache der Juden, das Versagen der deutschen Justiz nach 1945 und das Märchen deutsch-jüdischer Versöhnung. Achim Doerfers Großmutter und Großvater überlebten die Shoa in Arbeits- und Vernichtungslagern, seine Mutter und sein Onkel als Jugendliche und Kind im Versteck.
Pressetext
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